Geschichte des Löwensaales in Ichenheim

 

Da der vorherige Saal 1920/21 abgebrannt war, wurde ein Neubau nötig. Die Reste des alten Saals wurden für die Theaterbühne verwendet.

 

September 1928 Entwurf eines neuen Saales mit Runddach (Tonnendach) von der „Badischen Hallenbaugesellschaft mbH, Karlsruhe

 

1928 Planung und Durchführung des Baus mit dem charakteristischen Runddach als Holzkonstruktion durch

Architekt Karl Meier, Altenheim,

Bauherr Karl Deuchler, Löwenwirt in Ichenheim

 

6. Januar 1929 Einweihung

Der Saal erregt mit seiner besonderen Bauweise und Größe Aufsehen im ganzen Bezirk.

 

In der Folgezeit dient er als Tanzsaal (Sonn-und Feiertags), den Vereinen im Dorf als Veranstaltungsort für ihre Bälle

(i.d.R. einmal pro Jahr im Winter) und für Feste und Familienfeiern , vor allem der evangelischen Bevölkerung - Ökumene war noch ein Fremdwort. An der Rückwand des Saales stand ein großer Musikapparat, eine  Juke-Box, die für 10 Pfennig eine ganze Weile Musik machte. Musikkapellen waren  beim Tanz erst nach dem Krieg üblich, vorher nur bei den Vereinsbällen und größeren Familienfesten (Hochzeiten).

 

Während des Krieges dient der Saal kurzfristig auch als Evakuierungslager.

 

1948 Planung und Einrichtung eines Lichtspieltheaters zusätzlich zu den oben beschriebenen Veranstaltungen. In der Folge fanden in den fünfziger und sechziger Jahren samstags und sonntags Kinoveranstaltungen statt.

 

Durch gesellschaftliche Veränderungen (Festhallen in den Gemeinden, Vereinsheime ...) und private Veränderungen (Verpachtung der Gastwirtschaft ab 1973 an eine Brauerei) wird der Saal immer weniger in Anspruch genommen. Er steht zunehmend leer.

Mitte der achtziger Jahre wird er vom Judo-Club als Trainingsraum genutzt. Danach steht er wieder leer und dient als Lagerraum.

 

Sanierungsmaßnahmen stehen dringend an. Da seine weitere Verwendung unklar ist, wird ein Abriß in Erwägung gezogen. Aber der Charme des alten Saales siegt.

Die Gründung eines Kulturvereins und eines Weltladens wird angedacht.

 

Frühjahr 1996 Fest im Café, wo viele Interessierte und Engagierte sich austauschen und überlegen, wie es weitergehen könnte.

 

31.10.1997 Beginn einer Wiederbelebung durch eine Ausstellungeröffnung von

Christof Mayer, Möbeldesigner aus Ichenheim und Edgar Braig, Maler aus Münsingen

 

29.11.1997 Eröffnung des „Globus-Weltladens“. Einige überzeugte Idealisten aus der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde sowie der Perugruppe und weitere „unabhängigen“ Menschen , sozusagen eine

„Basis-Ökumene“-Gruppe, plant und  installiert diesen Laden im Saal. Er ist zweimal die Woche geöffnet.

 

10. 10 1998 Saalfest anläßlich der siebzigjährigen Fertigstellung desselben unter dem Motto "S' Läwe im Lewe".

 

19.10.1999 die Theatergruppe „Ojo Morado“ aus Bolivien gastiert mit dem „Kinderkreuzzug“ von Berthold Brecht auf Einladung des Globus und am

 9.11.2001 mit dem „Lotterieschein“ von Raúl Salmón im Löwen und führt ihre Stücke in spanischer Sprache auf.

Diese Gruppe hatte sich aus ehemaligen Straßenkindern unter Leitung des Schweizers Stefan Gurtner gebildet.

 

Die „Löwenfirma“ wird gegründet und verpachtet hauptsächlich an den „Vollwertgastronomen“ Rüdiger Held ihre Räumlichkeiten, auch den Saal. Aber auch die alte Tradition der privaten Vermietung für Hochzeiten usw. wird wieder aufgegriffen.

 

11.1.2002  der Kultuverein „Läwe im Lewe“ wird gegründet, der im Saal und in der Gaststätte verschiedenste Veranstaltungen organisiert und durchführt.

Als Untergruppe gibt es noch die

-Kino-AG, die zusammen mit der Gemeinde Neuried und dem „Kinomobil Baden-Württemberg“arbeitet. Am

 9.7.2003  hat sie ihren ersten Vorführungstag. Es gibt ca. 6 Spieltage im Jahr, eine davon ist eine Open-Air-Vorstellung

(siehe alte „Lichtspieltradition).

Und weitere Gruppierungen dürfen sich gerne bilden!

 

19. 4. 2008 Der Globus-Weltladen zieht ins "ehemalige Nebenzimmer" um und sein "vorübergehendes Domizil" im Saal wird abgetragen.

 

18.9.2008 "Kaffeduft im Löwen"  öffnet einmal in der Woche seine Pforten

 

Weiterhin ist so vieles in Bewegung und wir schauen gespannt der Zukunft entgegen